Wie die U10-Giele auf spektakuläre Weise Leder nach Hause brachten

Die U-10 Giele Hannes, Janis, Jäsin,  Chrigi, Noé und Sirius qualifizierten sich souverän (Zitat Trainer Heinz Bieri) am Kantonalfinal in Langenthal für die Schweizermeisterschaft des UBS-Kids-Cups in Oberriet SG vom 21. März 2015. Und weil Oberriet nicht gerade in der Nähe von Wohlen b. Bern liegt, fuhr man mit 2 anderen qualifizierten Mix-Teams (JUTUSeedorf und GGB Bern) gemeinsam mit einem Car am Samstag dahin. Im Car war die Stimmung locker und gut, obwohl just an diesem Tag das strahlende Wetter in Regen umschlug (was später an diesem Tag noch eine wesentliche Rolle spielen sollte).

Halle gut, alles gut

Nach 3.5 stündiger Fahrt kam man gut in Oberriet an. Die Jungs zogen sich um und wärmten sich mit ihrem Trainer Dänu Born in Mitten vieler anderer Kids in der grossen, hellen Halle auf. Die begleitenden Eltern fanden nach Anfangsschwierigkeiten wegen der vielen weiteren Fans ein Plätzchen zu hinterst auf der Tribüne. Nichts desto trotz waren wir bis am Schluss von den lautesten Fans unserer Mannschaft und konnten unsere Jungs bei Bedarf mit Speis, Trank und Traubenzucker versorgen.

Der Event war wie gewohnt gut organisiert. Trotzdem mussten unsere Jungs immer mal wieder längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Aus der Distanz betrachtet, steckten sie das aber easy weg. Ihr Wettkampf begann dann endlich mit dem Rivella Sprung. Die Anlaufstrecke war extrem kurz, so dass die persönlichen Bestweiten nicht von allen Jungs erreicht wurden. Dann ging es weiter mit der UBS Gold Sprint (Pendel-Stafette). Hier fiel auf, dass die Stabübergaben unglaublich präzis und schnell ausgeführt wurden und die Jungs sehr konzentriert waren. Leider gab es trotzdem bei einer Übergabe einen kurzen Stabverlust. Aber nichts destotrotz unterbot die Mannschaft wie schon am Kantonalfinal ihre Bestzeit ein weiteres Mal. Resultat: Zwischenrang  4 bei Halbzeit.

Diese verflixten Pylonen

In einem riesigen Tumult, sprich einer guten Stimmung wurde der Biathlon gelaufen. Am Kantonalfinal schafften es die Jungs ja, alle Pylonen abzuschiessen. Entsprechend waren die Erwartungen hoch. Aber 5 der 15 Pylonen wollten an diesem Tag einfach nicht fallen. Die Jungs gaben bei den Runden alles. Zwischenrang 6 nach dem Biathlon.

Der Cross und der Kampf um eine Medaille

Wir Eltern hatten das Gefühl, dass insbesondere die jüngeren Jungs (Jg 07 und 08) nach dem Biathlon ausgepowert und auch etwas enttäuscht waren. Traubenzucker wurden in dieser Pause einige verteilt. Etwas aufgetankt machte sich die Mannschaft also zum letzten Wettkampf bereit. Der Cross war nicht gespickt mit ausgeklügelten Hindernissen, sondern eher ein „Speedcross“ mit 2 Mattenbergen, einigen niedrigen Hürden, einem Tunnel und einem Labyrinth. Wieder ein langes Warten bis zum Start der U10 Jungs. Die Jungs, Trainer und Fans waren angespannt. Dann gab es zuerst mal ein Fehlstart. Aber dann ging es los-und wie!

Hannes unser Startläufer zog turbomässig ab und übergab Janis als erster den Stab. Der konnte die 1. Position halten, obwohl er einen Verfolger dicht auf den Fersen hatte und beinahe über einen Mattenberg stürzte. Jäsin gab dann gleich nach der Stabübergabe die Führung doch ab, blieb aber dem Führenden hart auf den Fersen. Und dann geschah das schier Unglaubliche: Die jüngeren und kleineren Jungs Chrigi, Noé und Sirius schafften es, den 2. Platz zu halten, obwohl sie das Verfolgerfeld immer dicht hinter sich hatten. Sie gaben alles! Wir Eltern schrien uns beinahe die Lungen aus dem Leib und feuerten unsere  LAC-Jungs an. Während dem ganzen 2. Durchgang liefen sie auf dem 2. Platz knapp vor der Verfolgergruppe und Sirius als Schlussläufer rettete diesen Platz tatsächlich bis ins Ziel. Auf der Tribüne waren wir ganz aus dem Häuschen. Nach diesem Rennen spielte es irgendwie auch gar keine Rolle mehr, auf welchem Platz sie waren. Es war schlussendlich Rang 4 mit nur einem Rangpunkt Rückstand auf Bronze. Die Jungs gaben alles und kämpften tatsächlich um eine Medaille. Bravo!

Wie das Leder  nach Wohlen kam oder die spektakuläre Heimfahrt

Der Car holte uns pünktlich nach dem Wettkampf ab und wir waren alle froh, als wir einsteigen konnten, denn es regnete ziemlich stark. Im Car war die Stimmung gelöst und wir gratulierten der Mix-Mannschaft U10 aus Seedorf zu ihrer erkämpften und gewonnen Goldmedaille. Dänu sorgte dafür, dass wir alle gebührend anstossen konnten. Die Stimmung war gelöst und entspannt, bis… ja bis unsere Chauffeuse vor Winterthur immer wieder auf den Pannenstreifen fuhr und schlussendlich auf der nahen Raststätte anhielt. Sie teilte uns mit, dass der Scheibenwischer defekt war und sie so nicht weiterfahren konnte. Es war abends um 8, wir hatten mindestens 18 müde Kids und noch einige Eltern mehr an Bord und mussten nun entscheiden, was zu tun war. Noch bis Winterthur fahren und mit dem Zug weiter? Pannendienst? Den gab es nicht für Cars. Ersatzbus? Aber von wo? Nach einigem Hin und Her rief die Chauffeuse ihren Chef an. Der sollte uns mit einem Ersatzbus holen. Schön und gut. Der kam aber aus der Region Berner Seeland und musste erst mal bis Winterthur fahren.

Es galt nun also, mit all den müden Menschen ca. 2 Stunden zu warten. Das Restaurant steigerte an diesem Abend seinen Umsatz dank uns beträchtlich. Und: Alle haben nochmals eine sportliche Leistung vollbracht in dieser Situation! Niemand maulte, niemand weinte, niemand war hässig. Die Stimmung blieb gelöst, wir assen, tranken, spielten und schwatzten. Und dann kam unser Ersatzbus: Ein Bärner Poschi! Und das brachte uns schlussendlich unversehrt zurück in die diversen Enddestinationen des Kantons Bern. Ein unvergesslicher Tag ging in den frühen Morgenstunden des Folgetags für alle zu Ende.

Léonie von Tavel (stolze Mama von Sirius)